Quotenformate verstehen: Dezimal, Bruch und amerikanische Quoten
Eine Quote ist nichts anderes als der Preis, den ein Buchmacher für ein Ergebnis aufruft. In Deutschland steht fast immer die Dezimalquote im Wettschein, international begegnen Ihnen zwei weitere Schreibweisen. Wer alle drei lesen kann, vergleicht Angebote schneller und erkennt, wann sich ein Wechsel lohnt.
Dieselbe Wette, drei Schreibweisen
2,50 · 6/4 · +150 bezeichnen exakt denselben Preis. Beträge vor Wettsteuer.
Eigene Darstellung. Umrechnung: Dezimal 2,50 = Bruch 6/4 = US +150.
Die Dezimalquote
Die Dezimalquote ist der Faktor, mit dem der Einsatz multipliziert wird. Bei einer Quote von 2,50 werden aus zehn Euro also 25 Euro Auszahlung, darin enthalten ist der Einsatz selbst. Der Gewinn beträgt entsprechend 15 Euro. Diese Schreibweise hat sich in Kontinentaleuropa durchgesetzt, weil sie ohne Kopfrechnen auskommt: Was im Feld steht, ist bereits das Vielfache.
Die Bruchquote
Britische Buchmacher schreiben dieselbe Quote als Bruch, etwa 3/2. Der Zähler ist der Gewinn, der Nenner der Einsatz: Für zwei Einheiten Einsatz gibt es drei Einheiten Gewinn, der Einsatz kommt zurück. Umgerechnet ist 3/2 also identisch mit der Dezimalquote 2,50. Die Formel lautet Zähler geteilt durch Nenner, plus eins.
Die amerikanische Quote
In Nordamerika stehen Plus- und Minuszeichen vor der Zahl. Ein Pluswert wie +150 gibt an, wie viel Gewinn auf hundert Einheiten Einsatz entfällt; ein Minuswert wie −200 sagt, wie viel eingesetzt werden muss, um hundert Einheiten zu gewinnen. Der Favorit trägt das Minus, der Außenseiter das Plus. Auch hier ist +150 wieder dieselbe Quote wie 2,50 oder 3/2.
Was die Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt
Aus jeder Dezimalquote lässt sich eine implizite Wahrscheinlichkeit ableiten: eins geteilt durch die Quote. Bei 2,50 sind das 40 Prozent, bei 1,50 rund 67 Prozent. Addieren Sie die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge einer Partie, kommen Sie nie auf genau 100 Prozent, sondern auf etwas mehr. Die Differenz ist die Marge des Buchmachers – der Aufschlag, den das Haus einbehält.
Genau diese Marge unterscheidet Anbieter voneinander. Zwei Häuser können dasselbe Spiel gleich einschätzen und trotzdem unterschiedliche Quoten stellen, weil sie unterschiedlich kalkulieren. Ein Blick in unseren Wettanbieter-Vergleich zeigt, wie weit die Unterschiede reichen.
Umrechnung auf einen Blick
- Dezimal zu Bruch: Quote minus eins, dann als Bruch schreiben – 2,50 wird zu 1,5 und damit zu 3/2.
- Bruch zu Dezimal: Zähler durch Nenner, plus eins – 3/2 wird zu 2,50.
- Amerikanisch zu Dezimal: Bei Pluswerten die Zahl durch hundert teilen und eins addieren; bei Minuswerten hundert durch den Betrag teilen und eins addieren.
- Quote zu Wahrscheinlichkeit: eins geteilt durch die Dezimalquote.